Sonntag, 14. Dezember 2014

Zu Gast

Zu Gast war ich vor Weihnachten auf dem Blog meiner lieben Freundin Eva-Maria Obermann. Dort habe ich ein wenig über Weihnachten geplaudert. Das Gewinnspiel ist leider abgelaufen, aber nachlesen lohnt sich trotzdem! http://schreibtrieb.aeom.de/

DREIZEHNTER DEZEMBER: DAS WEIHNACHTLICHE INTERVIEW MIT MARISSA CONRADY

Marissa Conrady ist die Autorin zahlreicher Liebesromane wie Adam kam nie mehr mit dem Abend oder Lichtgestalten. Wie ich hat sie in Mannheim studiert und bring die Stadt am Rhein immer wieder in ihre Geschichten mit ein. Es freut mich besonders, dass sie Zeit gefunden hat, mir die Fragen für das weihnachtliche Interview zu beantworten. Lest nacht, wen sie bei ihren Weihnachtsvorbereitungen nicht vergessen darf und was Weihnachten mit ihren Geschichten zu tun hat.
Schreibtrieb: Überall Schokoladennikoläuse, gebastelte Weihnachtssterne und ein Kopf an Kopf Rennen zwischen „Last Christmas“ und „Jingle Bells“. Wie stehst du zu dem ganzen Weihnachtsrummel?
Marissa Conrady: Leider hat Weihnachten für mich im Lauf der Jahre an Bedeutung verloren. Die Weihnachtsstimmung ist irgendwie von Jahr zu Jahr schwerer aufzubringen. Das liegt sicherlich daran, dass viele Menschen, die mir etwas bedeuten, das Fest nicht mehr mit mir verbringen können. Je größer man wird, desto „unerschwinglicher“ werden ja auch die Wünsche: Statt einer Barbie wünscht man sich jetzt Dinge, die man nicht kaufen kann.
Ich träume aber nostalgisch immer noch von einem harmonischen Fest mit einer großen Familie, einem tollen Festessen und viel Liebe – so kitschig, wie man es aus den Filmen kennt.
Schreibtrieb: Und bei den ganzen Leckereien fällt es schon mal schwer, sich zurückzuhalten. Welches ist dein Lieblingsweihnachtsplätzchen?
Marissa Conrady: Klassisches Buttergebäck finde ich jedes Jahr toll – und wenn dann noch Zuckerguss drauf ist…
Schreibtrieb: Hast du denn ein Lieblingsweihnachtslied oder –gedicht, das dich so richtig in weihnachtliche Stimmung versetzten kann?
Marissa Conrady: Ich gestehe es: Ich mag „Last Christmas“. Jedes Jahr höre ich es gerne wieder. Aber „Have yourself a merry little Christmas“ ist unschlagbar. Das ist so wunderbar rührselig und melancholisch, finde ich.
Schreibtrieb: Wie verbringst du in der Regel den Heiligen Abend? Unter Freunden oder doch klassisch mit der Familie?
Marissa Conrady: Ganz klassisch: Mit meinen Eltern. Bescherung unterm Tannenbaum, Heinz Becker und Weihnachten bei Hoppenstedts gehören dazu. Und ein Geschenk für den Hund!
Schreibtrieb: Die Geschenke unter dem Baum stapeln sich und die Vorfreude wächst. Was wünschst du dir dieses Jahr besonders?
Marissa Conrady: Das ist eine schwierige Frage und vielleicht auch eine zu private. Wenn ich sage: Ich wünsche allen meinen Lieben Gesundheit und Glück, Zufriedenheit, usw. dann klingt das so abgedroschen. Obwohl ich es ihnen natürlich wünsche. Tatsächlich habe ich gar keine materiellen Wünsche…
Schreibtrieb: Und welches Buch (das nicht von dir ist) würdest du als Weihnachtsgeschenk empfehlen?
Marissa Conrady: Dieses Jahr kann ich sogar mehrere Bücher empfehlen: Ich habe mit großer Begeisterung Der Ozean am Ende der Straße von Neil Gaiman gelesen, aber verliebt habe ich mich in Als Gott ein Kaninchen war von Sarah Winman.
Schreibtrieb: Hat dich das Fest der Liebe denn auch schon einmal zu einem literarischen Erguss inspiriert?
Marissa Conrady: In allen meinen Romanen spielt Weihnachten eine Rolle. Weihnachtsmärkte tauchen immer wieder auf. Das ist so ein kleines Spiel mit mir selbst, in jedem Buch Weihnachten einzubauen – nicht zuletzt strukturiert es den Zeitverlauf. Da meine Figuren aber auch oft einsam oder alleine sind, macht gerade dieses Fest ihnen das umso schmerzlicher bewusst.
Schreibtrieb: Auf welches Buch von dir dürfen sich die Leser schon jetzt freuen, obwohl es erst im nächsten Jahr erscheint?
Marissa Conrady: Unter dem Arbeitstitel „Zuckermandeln“ geht mein Roman für 2015 gerade in die Endphase. Nach einem Sommerurlaub kommt Remy nicht wieder zurück zu seinem Alltag und den Menschen, die ihn lieben. Während nach und nach alle das akzeptieren, kann Malve das nicht. Sie muss Remy finden. Nicht zuletzt, weil sie wissen will, ob sie an ihrer Liebe zweifeln muss. Also macht sie sich auf die Reise, Remy zu finden.
PS – Allen Lesern und Freunden, Verwandten, Bekannten und Lieben – und natürlich Eva-Maria und ihrer Familie – ein schönes Weihnachtsfest und alles Liebe für 2015!

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Auf Weihnachten einstimmen

IMG_20140821_170803Dieses Jahr hat die Vorweihnachtszeit schon Ende November begonnen. Um sich so zeitig einzustimmen, hat mich ein besonderes Buch durch die vergangenen Tage begleitet. Ein Buch, das sorgfältig gelesen werden muss, weil es ein Schatz ist. Ein herzerwärmender, kleiner literarischer Schatz. Auch Gabriele Wohmann meint:“Genial gemacht!”.
In "Dies soll euch ein Zeichen sein. Einstimmung auf Weihnachten" widmet sich Georg Magirius der Weihnachtsgeschichte. Aber nicht so, wie man sie allgemein kennt -wenn man sie überhaupt kennt. Liebevoll und ganz detailliert hat sich der Autor der IMG_20140821_170813Weihnachtserzählung nach Lukas gewidmet. Die Texte gehen an der Weihnachtsgeschichte entlang. Er zeigt daran wie unsere Sehnsüchte nach Heimat, Geborgenheit, Neubeginn, Wärme und Licht heute Erfüllung finden können. 
Die alte Überlieferung verbindet sich mit Gegenwärtigem. Da prosten sich Engel zu und feiern auf der Erde Feste. Hirten durchforsten leicht überfordert Möbelhäuser, ohne wirklich fündig zu werden. 
Und Baby Jesus? Gleich nach der Geburt erhält es vom Finanzamt einen Brief mit seiner Steuer-Identifikationsnummer. Doch nicht die Steuer-ID, sondern ein klassisches Zeichen weist schließlich den Weg zum Frieden: eine Windel.
Und das macht die Weihnachtsgeschichte noch schöner, noch verständlicher und greifbar - und es macht sie auf eine ganz ungewohnte Art modern. Gerade in unserer Zeit ist das für die Weihnachtsgeschichte ein großes Glück. Immer mehr nämlich droht sie in Vergessenheit zu geraten, immer weniger wird sie an Weihnachten noch (vor-)gelesen. Mit Magirius' Buch aber könnte eine neue Tradition eingeläutet werden: Lesen und Fragen - was hat das mit uns heute zu tun? Denn nur wer fragt und redet, der gerät nicht in Vergessenheit. 

Georg Magirius

Dies soll euch ein Zeichen sein

Einstimmung auf Weihnachten, Herder

ISBN 978-3-451-31261-8

Montag, 1. Dezember 2014

Advent, Advent

macx1Einen Adventskalender mag jeder - egal, wie alt man wird. Es gibt dieses Jahr gleich zwei, die ich empfehlen möchte. Ganz uneitel, meinen eigenenhttps://apps.facebook.com/your-advent-calendar/?calendar_id=154763577877910&route_calendar=1&c=1417465034 Aber dieses Jahr gibt es auch einen von meiner lieben Freundin und Autorenkollegin Eva-Maria Obermannhttp://schreibtrieb.aeom.de/Blog/ Es gibt Gewinnspiele und viele tolle Einfälle. Und ich bin auch dabei (und verlose etwas).
Eine schöne Adventszeit!

Freitag, 14. November 2014

Märchen von Heute

100_9252Märchen heute wird schon Einiges abverlangt: Sie müssen spannend sein, ein bisschen gruselig, unterhaltsam, magisch und sie sollen in Erinnerung bleiben; eben eine Geschichte, die man aus dem Gedächtnis wieder und weiter erzählen kann. Ach, das Märchen von heute hat es wirklich schwer. Ebenso schwer sind gute Märchen von heute zu finden. Wer nicht mehr lange suchen will, dem sei "Der Ozean am Ende der Straße" von Neil Gaiman mehr als nur ans Herz gelegt!
Der namenlose männliche Ich-Erzähler entführt den Leser sofort in sein Leben - in dem nichts ist, wie es scheint und alles doch so real ist. Am Ende der Straße, in der der Junge wohnt, steht der Hof der Hempstock-Frauen. Lettie, die nur wenig älter ist als er, behauptet, dass der kleine Teich am Ende des Weges ein Ozean sei. So recht kann oder will der Junge das nicht glauben, bis er sich mit Lettie auf den Weg macht - und damit das Böse, das Myteriöse - jedenfalls IRGENDWAS entfesselt, das seine Welt zu zerstören droht. 100_9253
Fesselnd erzählt Gaiman dieses Märchen, das uns, wie es gute alte Tradition ist, natürlich auch etwas lehrt: Dass Freunde für einen durch die Hölle gehen, dass alles so zerbrechlich ist, dass Kindheit etwas Unwiderbringliches ist - und, dass Magie immer noch überall ist.
"Eine Geschichte ist vermutlich nur dann von Bedeutung, wenn sich die Leute in ihrem Verlauf weiterentwickeln. Aber ich war sieben, als das passierte, und ich war hinterher der gleiche Mensch wie vorher. Und alle anderen auch. Menschen verändern sich nicht. Manche Dinge dagegen schon".

Neil Gaiman

Der Ozean am Ende der Straße, Eichborn

ISBN: 978-3-8479-0579-0

Dienstag, 11. November 2014

Zum Jungsein gehört das Gefühl, alles könne wieder gut werden

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Ein ganz klein wenig ist es so, als ob Michael aus "Der Vorleser" noch einmal die Möglichkeit hat, ein neues Leben zu leben. Aber er macht es wieder: Er verliebt sich in eine (etwas) ältere Frau, die er nicht halten können wird, nach der er sich aber sein Leben lang sehnt. Dies ist aber nur ein kleiner Verweis, der im Gehirn bei der Lektüre von Bernhard Schlinks neuem Roman "Die Frau auf der Treppe" aufpoppt. Der Roman jedoch ist viel mehr, viel eigenständiger und verweist auf eine andere Zeit in der Geschichte der Menschheit - bis hin ins Heute. 
"Zum Jungsein gehört das Gefühl, alles könne wieder gut werden, alles, was schiefgelaufen ist, was wir versäumt, was wir verbrochen haben. Wenn wir das Gefühl nicht mehr haben, wenn Ereignisse und Erfahrungen unwiderbringlich werden, sind wir alt. Ich habe das Gefühl nicht mehr", sagt Irene - die Frau auf der Treppe am Anfang. Aber sie wird noch lange leben, um wirklich alt zu werden - und um vielleicht einmal richtig geliebt zu werden, wenn auch nur kurz.
Inspiriert von einer Postkarte, die nach eigener Aussage ab und an Schlinks Schreibtisch ziert (Ema. Akt auf einer Treppe von Gerhard Richter) hat sich darum eine Geschichte entsponnen, die sowohl Kunstraub, als auch eine Ménage-à-trois beinhaltet. Irenes Gemälde verfeindet den Künstler und ihren (Ex-)Mann, treibt Irene in die Flucht und fast in die Arme des Anwaltes, der in diesen durchaus absurden Streit mit hinein gezogen wird. Vor allem aber treibt es sie ans Ende der Welt, nur um dort allen dreien wieder zu begegnen. 
Diesen Roman habe ich schnell und mit Begeisterung gelesen, wenn auch am Ende Einiges offen bleibt. Ein typischer Schlink eben, der uns lehrt, "dass nichts an sein Ende gekommen war, dass alles weiter und weiter ging". Absolut lesenswert!
Quelle: https://www.gerhard-richter.com/

Bernhard Schlink
Die Frau auf der Treppe, Diogenes

ISBN978-3-257-06909-9

Donnerstag, 6. November 2014

Bastalavista, Baby!


Am 30. Oktober 2014 veröffentlichte basta ihre neue Platte "Domino". Und ich, ich war natürlich auch wieder dabei. Wie ja schon Viele wissen, sind Basta-Konzerte für mich ein Muss. Also machte ich mich mit meinem Domino-Kleid auf den Weg ins Gloria Theater Köln, wo im Rahmen des Köln Comedy Festivals der CD-Release statt fand. Den Jungs war die Spiel-und Sangesfreude deutlich anzumerken und anzusehen - und das hat sich  natürlich auch auf das Publikum übertragen. Ein wirklich wunderbarer Abend, den ich gar nicht mir allzu viel Beschreibung und Erzählungen kaputt reden will. Aber zur CD möchte ich etwas sagen. 


Tja, nur was soll ich  da wie sagen? Schlicht nur dies: Die CD unbedingt kaufen. Ich finde, sie ist eine der besten CDs der Band!
Warum?
Nicht nur, weil wir lange darauf gewartet haben. Die Sangesfreude kommt auf diesem Album um Einiges deutlicher in den eigenen Gehörgang - und das macht Laune. Aber auch die Titel sind sehr eingängig, lustig und/oder berührend - so, wie ich es liebe - und wofür ich basta schon immer geliebt habe!
Die Vorband ist wunderbar selbstironisch und komisch, ebenso unterhaltsam Die Schöpfung.
Meine unschlagbaren Favoriten sind und werden es immer bleiben: Es ist nur a cappella, doch ich mag esBastalavistaWellenreiterLiebe ist scheißeKleiner Gondoliere und Bevor ich bei dir war. Bei Letzterem habe ich mir schon die Augen ausgeheult, weil es sooooo unfassbar schön ist. Timbuktu kannte ich schon vom Soloalbum von William Wahl und auch da mochte ich es schon. In der A cappella-Version hat es nur noch gewonnen.

Aber auch  Ich hab Unrecht, du hast RechtEs muss nicht alles kompliziert sein, das endlich auf CD-gebrannte Being Reinhard MeyDer Mann, der keine Beatbox konnte und das titelgebende Domino müssen sich nicht hinter meinen Favoriten verstecken.

Und nicht zuletzt muss auch gesagt werden, dass Der Neue, der wunderbare Arndt Schmöle, die Formation hervorragend ergänzt und neues Leben mitgebracht hat.
Live ist alles das, gemischt mit dem wunderbaren Basta-Wahnsinn und einigen anderen Stücken Musik, mehr als nur erlebenswert!
Für mich ist es weitaus mehr als "nur" a cappella - ich mag es, aber auch die Jungs und die neue CD. Diese gibt es hier zu erwerben:
http://www.amazon.de/Domino-Basta/dp/B00O1AZDKM/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1414693171&sr=8-1&keywords=basta+domino 
Infos und Tourdaten sind  hier zu finden: http://basta-online.de/ 

   Meine Lieben - vielen Dank für das Konzert und die CD!   

Freitag, 24. Oktober 2014

Aufgewärmter Kaffee

100_8733Das klassische Kaffeehaus ist out, in ist der coffeeshop. Dorthin gehen sie alle, nachwievor. Auch ich habe ein Lieblingscafé. Das Café Vogelfrei. Wenn man einen Roman mit dem bezeichnenden Titel "coffeeshop. Einmal Liebe zum Mitnehmen" in der Hand hält, der dann auch noch ein niedliches Cover hat, dann fühlt man sich gedanklich dorthin versetzt. Aber Gerlis Zillgens Roman hat leider nichts mit meinem Lieblingscafé gemeinsam. Und leider hat es der Roman auch nicht geschafft, mich bei der Stange zu halten. Was vielversprechend begann, hat zu Langeweile geführt. Dabei war so viel Potenzial vorhanden!
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Detail des Covers
Sandra hat einen ungewöhnlichen Beruf. Sie sucht und findet hauptberuflich Sachen, und zwar völlig abwegige Dinge wie dorische Säulen als Verlobungsgeschenk, verschollene Fotos aus Kindertagen, das Duplikat einer zerstörten Urne, usw. Ihr Büro befindet sich im Szene-Café ihres besten Freundes. So erfolgreich Sandra als Sachensucherin ist, so kompliziert gestaltet sich die Suche nach Mr. Right. Der Mann für’s Leben – der ist nicht so leicht zu finden.  Leider ist die Art, wie diese niedlich-klingende Geschichte hier erzählt wird, verwirrend, langweilend und keineswegs so komisch, wie anzunehmen war. Leider, leider, leider. Dieses Buch ist für mich schweren Herzens die Enttäuschung dieses Jahres. "Eine wunderbare Romantic Comedy, nicht nur für die Generation „Gefällt mir“," so der Verlag. Ich kann da allerdings nicht zustimmen. Ich also ziehe in einen anderen Coffeeshop weiter - oder wieder zurück ins Kaffeehaus...

Gerlis Zillgens

Coffeeshop

Einmal Liebe zum Mitnehmen, Bastei Lübbe
ISBN: 978-3-404-16945-0