Freitag, 10. April 2015

Das Puppenhaus als Spiegel des Lebens

Ich habe mein Puppenhaus geliebt! Es hatte auf der einen Seite eine große Küche, ein Wohnzimmer und ein Kinderzimmer, auf der Rückseite den Eingangsbereich, ein weiteres Zimmer und einen Balkon. Meine Mutter hatte es mit selbstgemachten Kissen, Decken, Tischdecken, ja sogar Topflappen ausgestattet. Irgendwann gab es für meine Figürchen sogar Licht.
Foto des Original-Puppenhauses aus dem 16. Jahrhundert ©Rijksmuseum, Amsterdam Quelle: http://www.randomhouse.de/Interview_mit_Jessie_Burton_zu_Die_Magie_der_kleinen_Dinge/aid58702.rhd?mid=12084
Aber ein so prächtiges Puppenhaus wie Petronella Oortmans 1686 in den Niederlanden habe ich nicht besessen. Und vor allem waren meine Gegenstände darin weder magisch, noch konnten sie die Zukunft voraussehen. In "Die Magie der kleinen Dinge" erzählt Jessie Burton davon. 
100_9723Und es ist ein fesselnder Roman geworden, der den Leser mitnimmt in eine Zeit Europas, in der zwar die Städte und der Handel florierten, aber das Menschliche zu wünschen übrig ließ. In dieser Zeit wird die gerade 18-jährige "Nella" mit dem deutlich älteren Kaufmann Johanens Brandt verheiratet. Vom Land kommt sie in die Stadt und muss sich dort mit einer kalten und bissigen Schwägerin herumärgern. Wo eigentlich Nella die Hausherrin sein sollte, regiert Schwägerin Marin. Von der Ehe hat Nella zwar Vorstellungen, aber wie die ihrige verläuft kommt ihr seltsam vor. Denn Johannes verhält sich ihr gegenüber eher wie ein Freund, als ein Ehemann. Dann jedoch schenkt er Nella ein sündhaft-teures Puppenhaus. Sie beauftragt eine mysteriöse Miniaturistin mit der Ausstattung - doch was dann geschieht, damit hat Nella nicht gerechnet. Die zum Teil unverlangt an sie geschickten Möbel und Kleinteile zeigen Nella eine alles andere als rosige Zukunft an. 
100_9725Der Roman hat mich einmal wieder eine Nacht gekostet, aber ich musste doch unbedingt wissen, was das Schicksal für Nella und die Ihrigen bereithielt (das, was die Miniaturistin bereits wusste!). Ein spannendes, ergreifendes Buch, dessen Thematik zwar nicht neu ist, aber wunderbar verpackt. Ich würde gerne noch mehr von der Miniaturistin lesen!

JESSIE BURTON

Die Magie der kleinen Dinge, Limes Verlag

ISBN: 978-3-8090-2647-1
http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Magie-der-kleinen-Dinge-Roman/Jessie-Burton/e446805.rhd

Dienstag, 7. April 2015

Quiek, sie sind wieder da!

Zum Quieken, sie sind endlich wieder da, die wunderbare Erdmännchen-Sippe um Schnüffler Ray und Privatdetektiv Phil. Juhu! Ich habe so lange gewartet.
In ihrem vierten Fall wird es persönlich und sehr privat. Im Erdmännchen-Clan hängt der Haussegen schief: Roxanne will die Scheidung von "Aufzuchtsvernachlässiger" Rocky. Da das aber bei den Erdmännchen im Berliner Zoo nicht in Frage kommt, findet Schlaumeier Rufus einen anderen Weg (und dieser wird noch für Komplikationen sorgen!).
Derweil glaubt sich Ray in der Midlife-Crisis. Elsa, seine Liebste, ist nicht mehr im Zoo und einen Fall hat er auch schon länger nicht mehr gelöst. Dann aber braucht er plötzlich "Dickes Fell", denn Partner Phil bricht angeschossen vor dem Erdmännchengehe zusammen und liegt im Koma. Da muss Ray mit Bruder Rufus ganz alleine ran und heraus finden, wer Phil an den Kragen will. Dabei schnüffeln die beiden in Phils Vergangenheit rum und machen eine erstaunliche Entdeckung. Wer aber auch wissen will, wie ein Gorilla auf die "Gold Else" kommt (und vor allem: warum!), der sollte sich den neun Roman von Moritz Matthies auf keinen Fall entgehen lassen.
Band vier war für meinen Geschmack der beste von allen und daher noch schneller ausgelesen, als die Vorgänger. Zum Glück war im Buch schon eine Leseprobe zu finden, die mir den Mund für den neuen Roman (voraussichtliche VÖ 2016) wässrig gemacht hat. Bis dahin brauche ich ein dickes Fell, um die Neugierde zu unterdrücken!

Moritz Matthies

Dickes Fell

ISBN: 978-3-651-02228-7

Montag, 6. April 2015

Nicht nur der Krug zerbrach

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Zu Ostern habe ich mir selbst etwas geschenkt. Eine Theaterkarte. Ich gebe offen zu, dass ich ein neues Hobby gefunden habe. Wäre ich ein Teenager, ich glaubte gar, ich hätte eine neue Schwärmerei. Heute, NACH dem Germanistikstudium, gehe ich öfter ins Theater, als es mir zu Studienzeiten jemals eingefallen wäre. Dieses Mal auf meinem Spielplan: Heinrich von Kleist: "Der zerbrochne Krug". 
Mich verbindet mit Kleist eine seltsame Zuneigung, obgleich ich nur wenige Stücke von ihm kenne (und noch wenigere schätze [hier aber vor allem "Das Erdbeben in Chilli"]). Mir ist der Autor zu "kriegerisch". Eine Ausstellung im Jahr 2011, ich weilte zufällig in Berlin, ließ mich nicht los, sodass ich mich quer durch die Stadt aufmachte (zu Fuß und bei wirklich sommerlichen Temperaturen), sie zu besuchen. Ich habe es nicht bereut! Jetzt nähre ich mich Kleist einige Jahre später also noch einmal an, nicht direkt zu Fuß. Aber, ich bin ein gut-vorbereiteter Thetaergänger. Ich lese die Stücke vorher (okay, ich gebe zu, ich kann eigentlich auch wieder einmal nicht aus meiner Germanistenhaut). Und daher war ich dieses Mal richtig gespannt, denn das Lustspiel von Kleist hat es durchaus in sich. So auch die Inszenierung im Mannheimer Nationaltheater. Gewagt darf man sie durchaus nennen, ungewöhnlich, ironisch, temporeich und witzig; klug inszeniert, bis ins kleinste Detail - wobei gerade diese fehlen. 
Die Bühne ist ein einziger Block, vor den Zuschauern, sozusagen hinter der Bühne, gibt es noch einmal Zuschauerreihen. Das Stück ist sozusagen interaktiv. Das Publikum wird - ob es will oder nicht - miteinbezogen. Mir gefällt das, einige Zuschauer sind aber sichtlich erschrocken darüber. Gewohnt temporeich erzählt Kleist in diesem Lustspiel gleich auf mehreren Ebenen vom Zerbrechen. Da zerbricht  ein Objekt, der Krug der Marthe Rull (Anke Schubert), ein unwiderbringliches Familienerbstück mit geschichtlichem Hintergrund. Kleinbürgerlich, wie sie ist, trägt sie den Fall zu Gericht. Dort regiert Dorfrichter Adam (mein absoluter Favorit im Ensemble: Klaus Rodewald). Und er regiert, nun, sagen wir einmal willkürlich, lasterhaft, lügenreich - eben auf seine eigene Art (dennoch irgendwie sympathisch, auweh!). Adam hat an diesem Gerichtstag jedoch einen Fall getan, angeblich aus dem Bett, doch bald weiß man es besser. So liegt er verletzt am Boden, als Schreiber Licht (beflissen: Sven Prietz) ihn am Morgen weckt. Gerichtsrat Walter (eher Börsianer und zu viel Gutmensch: Martin Aselmann) ist auf dem Weg (verzögert, denn die Deichsel brach!), die Huisumer Rechtssprechung unter die Lupe zu nehmen. 
DSC_0007 (1)So kommt es also zur Verhandlung des Falls des zerbrochenen Kruges in seinem Beisein (jedoch ohne das Beisein der richterlichen Perücke, die selbst die sexy Mägde (lüstern: Almut Henkel und Michaela Klamminger) nicht aufzutreiben wissen. Marthe beschuldigt den Verlobten ihrer Tochter, Bauernsohn Rupprecht Tümpel (Matthias Thömmes), den Krug zerbrochen zu haben. Wird er doch zum Militär eingezogen, so denkt sich die wachsame Mutter, sei der Krug durch Lust entzwei gegangen. Eve (Katharina Hauter), die einzige Zeugin vor Gericht, die Wahrheit sprechen könnte, schweigt zum Teil. Ob aus Verzweiflung oder aus Trotz, aus Angst oder aus Liebe. Nur am Ende, fast wie in einem Monolog, lässt Kleist sie zu Wort kommen [weil das Stück sonst ohne Erklärung bliebe], ob sie die Wahrheit spricht, bleibt offen. Gelyncht wird nach dem Krug aber noch einer, Dorfrichter Adam, gegen den letztlich alles sprach. Den Kopf bekommt er nicht mehr aus der Schlinge - und irgendwie tut es dem Zuschauer fast leid, um den Schwerenöter, der doch eigentlich nur eines wollte: Glücklich sein.
DSC_0008Fast wie wahnsinnig hat Kleist in diesem Stück mit "telling names" gearbeitet, den Sündenfall vor Gericht gebracht und allen Zuschauern/Lesern den Spiegel vorgehalten: Alles ist gelogen, wer glaubt, die Wahrheit erkannt zu haben, muss weiterhin erkennen, dass sie vielleicht nur individuell existieren kann. Und weiter belehrt er uns über den Lauf der Welt: Zerbricht vermeintlich Unwichtiges, so kann ALLES aus den Fugen geraten. 
Ein Lustspiel, das Gegenstand einer Hausarbeit kaum besser geeignet sein könnte. Eine Inszenierung/Wiederaufnahme am NTM, derer ich nur zu gerne beigewohnt habe.

Freitag, 20. März 2015

Von den vielen Verlorenen

100_9593Ich empfand Schuldgefühle, weil ich sie vergessen hatte [...]. Es schien unmöglich und doch möglich - dass irgendwann eine Zeit kommen würde, in der ich Kaffee trinken, mich in ein Buch vertiefen, mit einer Freundin lachen, mich über ein paar neue Schuhe freuen, eine Wandfarbe aussuchen, mir der Hand über einen Samtvorhang streichen und das Gefühl genießen könnte. Das denkt Mutter Beth in "Das Mädchen, das rückwärts ging" von Kate Hamer, als ihre Tochter Carmel 90 Tage verschwunden ist.
Insgesamt vergehen fünf Jahre und 215 Tage, 100_9594bis sie ihre Tochter wieder in die Arme schließen wird. Ich muss diesen Spoiler leider begehen, da ich selbst mit diesem Happy End nicht mehr gerechnet hätte. Ein ganzes Wochenende hat mich der Roman gefesselt, und das von Seite eins. Abwechselnd schildert die Autorin die Erlebnisse von Mutter und Tochter, von einem beliebigen Moment in ihrer (noch) gemeinsamen Vergangenheit, über den Moment des Verlorengehens, bis hin zur Zeit der Trennung. Danach bleibt alles offen. Das ist ein wenig unbefriedigend. Muss aber so sein, weil im Grunde alles gesagt ist. Warum aber fesselt der Roman so? Weil wir Leser endlich auch einmal eine andere Perspektive kennen lernen. Immerzu fragen wir uns: Wie kann ein kleines Mädchen in einem auffälligen roten Mantel verloren gehen? Wie kann es, trotz Warnungen und wider besseren Wissens, mit einem fremden Mann mitgehen? Und vor allem fragen wir uns: Wie führt sie ihr Leben in der Zeit ihrer Abwesenheit? So oft bekommen wir nur die Perspektive derer zu lesen, die zurück bleiben müssen, Kate Hamer schenkt auch denVerlorenen eine Stimme. Und das noch in einer wunderbaren Sprache und voller wunderbarer Bilder. Ein bisschen ist es, als hätte ich Carmel selbst verloren und sie nach langer Zeit wieder gefunden... 
100_9591Dieses Buch hat mich nicht nur fasziniert und begeistert, sondern bis zur letzten Seite gefesselt. Bisher ist dieser Roman so früh im Jahr schon mein absolutes Lesehighlight und meine uneingeschränkte Leseempfehlung! Noch dazu kommt, wie wunderbar der Verlag mich mit dem Buch überrascht hat. Der Versandkarton war beklebt mit einem Bild des Romans, über dem groß "Wo bist Du?" stand. Dazu gab es eine wunderbare Hörprobe, die richtig Lust auf mehr gemacht hat, sowie ein tolles Interview mit der Autorin.100_9592

Das Mädchen, das rückwärts ging, Arche

ISBN-13: 978-3-7160-2724-0

Dienstag, 17. März 2015

Eine Lanze für das Theater brechen

Wirklich lange war ich nicht mehr im Theater. Zu lange. Das liegt nicht nur am zu langen Winter, sondern auch an meiner Angst vor langweilig inszenierten Stücken, an zu viel Modernität oder an mangelndem Respekt der Texte gegenüber (ich kann eben als Germanistin nicht aus meiner Haut).  Dann aber die Frage, ob ich einen Deutschkurs meines ehemaligen Gymnasiums ins Theater begleiten würde. Das Stück habe ich bereits mit SchülerInnen erarbeitet: Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing.Ich sagte zu, blieb aber erst einmal skeptisch.
Das Bühnenbild, weiße Wände, die Räumlichkeit simulieren und in den Zuschauerraum hinein ragen, unterbrochen von schwarzen Balken, welche (unterbrochene) Lebenswege  - und ich bin zwar noch skeptisch, aber nicht mehr "unüberzeugbar". Und dann die große Überraschung: Der Prinz von Guastalla (galant; mal naiv, mal sich nehmend, was er als Monarch will [und mein absolutes Highlight]: Klaus Rodewald) tritt auf, eher den schönen Künsten zugetan, als dem Regieren und singt mit der bühneneigenen One-Woman-Musikerin eine Akkustikversion von David Bowies "Where are we now?". Es tritt auf, der geschäftige Kammerherr Marinelli (herrlich ironisch, lakonisch und spitzfindig: Reinhard Mahlberg). Und obgleich er für den Prinzen arrangiert, Fäden und Strippen zieht und letztlich für das Ableben des Verlobten von Emilia Galotti, des Grafen Appiani (stirbt stilvoll und mit viel Blut: Matthias Thömmes), verantwortlich ist, mag man ihn. 
Das Stück arbeitet klar die Kindlichkeit der Emilia Galotti heraus, und das nicht zuletzt wegen der bezaubernden und zerbrechlichen Anne-Marie Lux, die ihre Figur irgendwo zwischen kindlich-rotznäsig und aus-dem-Elternhaus-ausbrechen-wollen ansetzt. Aber auch ihre (unterdrückte) Weiblichkeit wird endlich klar (nicht zuletzt im gelb-farbenen Hochzeitskleid). Bei Lessing scheint Emilia noch standhafter, in der Inszenierung von Elmar Goerden ist sie es nicht. Denn, auch sie ist "jung, so jung". Ihre "Sinne sind auch Sinne", ihr Blut warm. Und daher erliegt sie hier auch den Avancen des Prinzen in sexueller Hinsicht. Darüber verzweifelt der sittenwütige Vater schier, nichtsahnend die Mutter, die irgendwo zwischen Matrone und machtgeil chargiert. Und mittendrin die Betrogene, Orsina, einstmals Geliebte des Prinzen, nun klarer bei Verstand als je zuvor und doch dem Wahn so nah. Dass Emilia am Ende des Trauerspiels ins offene Messer ihres Vaters laufen muss, ist in dieser Inszenierung noch weniger zu vermeiden, als in Lessings Stück. 
Tja, und da sitzen wir dann im dunkeln Theatersaal und trauen uns nicht so richtig, Applaus zu spenden, wo er doch so verdient ist. Zu schnell ist das Stück vorbei gegangen, zu Vieles muss und könnte noch darüber gesagt werden. Und auf dem Heimweg fällt auf, dass tatsächlich vom einstigen Stück (und seinem Originaltext) stehen nur noch die Grundmauern. Aber es hat mich nicht gestört. Im Gegenteil. Zwei Mal habe ich das Stück gesehen und ich würde es wieder tun. Und ab jetzt gehe ich öfter ins Theater - das sollten Sie auch tun!
Theaterkarten für das Nationaltheater Mannheim: https://www.nationaltheater-mannheim.de/de/
Hier kaufen: http://www.amazon.de/Emilia-Galotti-G-Lessing/dp/3150000459. 

Montag, 16. Februar 2015

Tod einer Familie

Phoebe geht noch in die Grundschule. Fast täglich schreibt sie ihrer großen Schwester April Briefe. Denn April ist in einer Klinik, weil sie magersüchtig ist. (Manchmal ein wenig zu) Wortgewaltig plappert die kleine Phoebe in diesen Briefen von ihrem Alltag, ihrem Leben mit der Familie und erzählt von der Schule. Sie stellt aber auch Fragen. Aber vor allem hofft sie, dass April wieder zurück kommt. Denn ohne die Schwester fühlt sich das hochintelligente Mädchen in der Familie nicht richtig zu Hause. April jedoch schreibt ihrer kleinen Schwester nicht zurück, die 16. Jährige darf keinen Kontakt mir ihr aufnehmen. 
DSC_0006 (3)Und dann kommt April zu Wort. Nicht weniger wortgewaltig als ihre Schwester schildert sie die andere Seite. Und plötzlich wandelt sich das Mitleid für die Familie in Unverständnis und wird zu umso größerem Mitleid mit Phoebe und April. Mit einem dicken Klos im Hals verfolgt man den Tod der Familie, aber vor allem das Schicksal der Mädchen.  Lilly Lindner  hat einen eindringlichen Jugendroman geschrieben, den vor allem auch Erwachsene lesen sollten, damit sie eine schreckliche Krankheit besser begreifen können. Und vielleicht, vielleicht erkennen sie ja auch die Schuld, die sie tragen, weil sie ihrer Tochter einmal zu oft gesagt haben: Sei still!
Aprils Briefe werden dem Leser erst im 


Lilly Lindner

Was fehlt, wenn ich verschwunden bin, S. Fischer

ISBN: 978-3-7335-0093-1

Donnerstag, 12. Februar 2015

Gefährlich schöner Schmuck

DSC_0006 (2)Frauen die lesen, das ist bekannt, sind gefährlich. Nun sind Frauen in der Regel ganz versessen auf Glitzer, Silber, Gold und Ähnliches. Woraus sich im Umkehrschluss erkennen lässt: Frauen tragen Schmuck. Folglich tragen sie ihn auch beim Lesen. Und dazu passt der gefährlich schöne Schmuck von Drachenfels Design.
DSC_0010Passend zum Theme "Gefährliche Frauen" habe ich dieses wunderschöne Paar Ohrringe bekommen. Sie entstammen der Serie "Arsen und Spitzenhäubchen", welches nicht umsonst einer meiner Lieblings-Klassiker ist. Die handgefertigten (!) Silber-Herz-Ohrstecker raus, sich damit behängen und ... plötzlich beginnt das Abenteuer.
Huch, plötzlich ist ja alles so schwarz-weiß! 
Und ich bin auch gar nicht mehr zu Hause, sondern bei zwei liebenswerten älteren Damen zum Kaffee eingeladen. Sie heißen Abby und Martha Brewster und sind wirklich zauberhaft. Ihre selbst gebackenen Kekse sind sehr lecker. Die beiden können doch bestimmt keinem Menschen ein Haar krümmen!
Super gefährlich: Abby und Martha Brewster in "Arsen und Spitzenhäubchen" (1941). Auch sie hätten sicherlich den Schmuck von Drachenfels Design getragen!
Und während ich da so sitze, Kaffee trinke und dem Plaudern der alten Damen zuhöre, kommt Mortimer vorbei. Den kenne ich doch! Er sieht aus wie Cary Grant, aber ich glaube, er ist tatsächlich Theaterkritiker. Abby erzählt, dass er heute die Pfarrerstochter Elaine geheiratet hat und sich nun wegen seiner bevorstehenden Hochzeitsreise verabschieden will. Sie sind seine Tanten. Aha. Während Tante Abby noch erzählt und dabei meinen Schmuc bewundert (ja, meine neuen Ohrringe sind wirklich todschick!), beginnt hinter und die große Aufregung. 
DSC_0007Mortimer glaubt, in der Truhe beim Fenster eine Leiche entdeckt zu haben. Klar! Also ob die beiden Tanten dazu fähig wären! Mortimer stellt die Tanten zur Rede und mir liegen die Kekse plötzlich bleischwer im Magen. Diese geben zu, als Zimmervermietung getarnt, aus Mitleid alte einsame Männer in ihr Haus zu locken und mit einer Mischung aus Wein und den Giften Arsen, Strxchnin und Zyankali zu töten, um sie „Gott näher zu bringen“.
Nervös streiche ich mir während dieser Enthüllungen immer wieder die Haare hinters Ohr, verdecke die Ohrringe, die ich trage und lege sie doch wieder frei. Zur Beseitigung der Leichen instrumentalisieren sie dabei Mortimers geisteskranken und persönlichkeitsgestörten Bruder Teddy, gibt Martha weiter zu. Im Moment hält dieser sich für Präsident Theodore Roosevelt und vergräbt die Leichen in dem Glauben, er hebe im Keller den Panama-Kanal aus. Die Ermordeten hält er für Opfer des Gelbfiebers und auch mir wird ganz heiß.  Am liebsten möchte ich gehen, aber unauffällig kann ich nicht verschwinden. Mortimer scheint mich gar nicht wahrzunehmen, er überlegt, wie er das Problem lösen kann, ohne, dass die Tantchen ins Gefängnis wandern. Als Mortimer überschnell das Haus verlässt, um Teddy einweisen zu lassen, sehe ich meine Chance gekommen. Ich verabschiede mich höflich von Abby und Martha und eile zur Tür. Aber dort steht, als ich sie öffne, Mortimers lange als verschollen gegoltener Bruder Jonathan Brewster!  Zusammen mit seinem Komplizen Dr. Einstein will er im Haus der Tanten untertauchen und sich heimlich seines mitgebrachten letzten Mordopfers entledigen. (Ich weiß das, und auch, dass er mittlerweile ein gesuchter Serienmörder ist, aber woher und warum weiß ich das? Warum wissen es die Tanten nicht? Und was soll ich tun?)DSC_0013
Jonathan drängt mich zum Bleiben. Während die Verbrecher über der Lösung ihres Problems grübeln, erfahren sie von Teddys Grabungsaktivitäten im Keller und wittern ihre Chance, den Leichnam bequem im Keller zu entsorgen. Jetzt schüchtert Jonathan die Tanten so weit ein, dass diese sich in das Obergeschoss zurückziehen - und ich muss mit! Wieso nur bin ich heute hier zu Besuch? Das ist ja wie in einem Albtraum hier. Aber halt! Ist das nicht Mortimers Stimme? Was geht denn da unten vor sich?! Jonathan wird Mortimer doch nichts antun? Und die Tantchen erkennen den Ernst der Situation wohl nicht? Sie zeigen mir den (zugegeben schönen) Inhalt ihrer Schmuckkästchen.
Wie lange sind wir denn schon hier oben? Es ist aber auch alles zu schwarz-weiß um Tag vom Abend zu unterscheiden! Ist das nicht eine weitere Stimme im Haus? Spielt man dort unten etwa Theater? Wenn wir uns nur hinunter trauen würden? Vielleicht kann ich Abby und Martha dazu überreden, um die Ecke zu blinzeln. Officer O'Hara scheint im Haus zu sein, es wird wild diskutiert. Und Mortimer ist ja gefesselt. Nein, das ist ein Schmierentheater, das nur für den Officer aufgeführt wird. Auweia, er bezeichnet Jonathan als Frankenstein. Das geht nicht gut. Und tatsächlich, eine Schlägerei beginnt. Was sollen wir Frauen nur tun? Aber da! Polizeikommissar Rooney persönlich taucht auf. ENDLICH! Er erkennt Jonathan als den gesuchten Serienmörder und verhaftet ihn!
Mortimer aber erfährt nun auch noch ein lange gehütetes Geheimnis von seinen Tanten. Als Kind wurde er adoptiert und muss daher nicht fürchten, den Wahnsinn seiner vermeintlichen Familienmitglieder geerbt zu haben. Er kann nun beruhigt mit seiner Frau auf Hochzeitsreise fahren. Ich allerdings bin die echte Enkelin der mörderischen Ladys! 
Puh... Alles nur ein Traum... Selbst Schuld, wenn man wunderschönen Schmuck trägt, damit aber Zuhause bleibt und beim DVD-Schauen einschläft... Noch eine Lehre: Schöner Schmuck, der Frauen gefährlich macht, will ausgeführt werden. Also gleich losstöbern im Shop, bestellen und gefährlich-schön fühlen!
DSC_0007 (1)An dieser Stelle möchte ich ein dickes, überdimensionales Dankeschön an Franziska von Drachenfels und überhaupt an Drachenfels Design sagen. Das Päckchen, das mich erreicht hat, war ein riesiges Paket, liebevoll geschnürt und voller wunderbarer Überraschungen: Sekt, Gummibärchen, Schokolade, Postkarte, Block, Kollektionsheftchen, und, und, und. Die Heftchen werde ich natürlich ganz in Ruhe durchschauen und mir den ein oder anderen Favorit merken.
100_9602Übrigens hat sich schon lange etwas von Drachenfels bzw. Heartbreaker in mein Schmuckkästchen verirrt: niedliche Silber-Ohrstecker im Frosch-Design. Oder sind es kleine Kronen? Ach, das ist eine andere Geschichte. (Froggy, Kronen Ohrstecker aus Silber. 29,00 €)
Unbedingt vorbeischauen bei den Lieben von Drachenfels! http://www.drachenfels-design.de/content/kollektion.html

Kurzübersicht

Arsen und Spitzenhäubchen, kleine Herz Ohrstecker aus Silber.
Höhe ca. 13mm Breite ca. 13mm, 98,00 €.