Freitag, 22. Mai 2015

Natürlich schön aussehen

DSC_0016Wenn das nicht mal der Traum aller Frauen ist: natürlich schön auszusehen, am besten so, dass niemand das aufgetragene Make-Up bemerkt. Bisher war das immer mit einem professionellen Maskenbildner verbunden, oder mit stundenlanger Arbeit, die dann doch zu einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis geführt hat. 100_9839
DSC_0013 (1)Von L'Oreal Paris aber gibt es jetzt zwei Hilfsmittel, die Zeit und Nerven schonen und zu einem wunderbaren Ergebnis führen. der DM Drogeriemarkt hat einige Blogger eingeladen, sich selbst davon zu überzeugen. Und was soll ich sagen? Ich benutze die "La Palette Nude" in beige mittlerweile fast täglich, den Mascara "False Lash Superstar" für besonders dramatische Augenaufschläge, also wenn ich ausgehe. 
DSC_0015Die Wimperntusche besteht aus zwei Komponenten: Zunächst wird ein weißer "Unterlack" aufgetragen, der kurz angetrocknet, die Wimpern verdichtet und verlängert. Danach die zweite Schicht, dunkle Mascara, und der Blick ist nur so von Wimpern eingerahmt! Wahnsinnig schön. Für den Alltag allerdings ein klein wenig too much. Abends beim Ausgehen allerdings sieht dieser Augenaufschlag wirklich gut aus und lässt sich später ebenso einfach wieder entfernen, wie er sich auftragen ließ. 
DSC_0014 (1)Die Palette Nude 02, mit integriertem Spiegel (lässt sich ein bisschen schlecht öffnen), bietet eine wunderbare Auswahl an Lidschatten, die aufgetragen sehr natürlich wirken. Zehn sehr sanfte Farben in Beige-Tönen liegen da, sodass man sich kaum entscheiden kann. Auch für den dramatischen Auftritt kann damit gesorgt werden. Besonders schön ist, dass alle Farben tatsächlich ziemlich natürlich aussehen. Hier hält der Name endlich mal bei allen Produkten, was er verspricht. Der Lidschatten lässt sich einfach auftragen und hält sehr lange. Beide Produkte sind durchaus kostspielig, aber ihr Geld mehr als wert! Ich werde die Lidschattenpalette sicherlich nachkaufen, die Wimperntusche ebenfalls, wenn wieder Ausgehabende anstehen!
 
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Gerade auch Brillenträger werden die schönen Wimpern und den natürlichen Look mögen!

100_9842Mehr Informationen: http://www.loreal-paris.de/make-up/augen/lidschatten/color-riche/la-palette/nude-beige-02.aspx
Preis und Bezugsquelle bisher noch nicht bekannt.



Donnerstag, 7. Mai 2015

Das schöne Leben & sein Ende

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Es ist meine neue Droge: Das Theater. Für zwei wunderbare Stunden muss ich nicht über mich selbst nachdenken, über meine Probleme, Sorgen und Aufgaben. Ich kann eintauchen in die Probleme, Sorgen und Aufgaben von Menschen, die ich nicht kenne. Die noch nicht einmal real sind. Sie leben nur in diesen zwei Stunden. Sie bevölkern eine Bühne, verkörpert von Menschen, deren Beruf es ist, sie zu verkörpern. Das hat etwas sehr Beruhigendes, finde ich. Noch dazu wird mir im Schnelldurchlauf ein stück Literatur präsentiert, für dessen Lektüre ich möglicherweise gar keine Zeit gehabt hätte. Was wollen mein Germansitenherz und meine Seele mehr?
So durfte ich einmal mehr in eine mir fremde Welt eintauchen. In die melancholisch-russische Welt einer Familie in "Der Kirschgarten" von Anton Tschechow. Mit Tschechow habe ich bisher nur das Bild verbunden, das ihn mit einer"Katze" zeigt, die für mich eindeutig wie ein Dackel aussieht:  Ich habe dieses Bild schon lange einmal irgendwo ausgeschnitten und aufbewahrt. Für mich steckt es voller Melancholie. Wie auch sein letztes Stück, das doch eigentlich eine Komödie hatte werden sollen. Steckt nicht aber in jeder Komödie ein Drama und in jedem Drama etwas Komisches? 
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Programmheft Vorderseite
Einst hat sie ein feudales Leben geführt: Gutsherrin Ljubow Ranjewskaja (so wunderbar ladylike und zerbrechlich: Ragna Pitoll). Doch dann starb ihr der Mann am Champagner und ihr kleiner Sohn ertrank im Pool. Ljubow Andrejewna Ranjewskaja flieht, verliebt und verliert sich, verliert dabei aber auch viel Geld und verschuldet ihr Gut mit dem heißgeliebten Kirschgarten. Nach fünf Jahren der Abwesenheit setzt das Stück am frühen Morgen ihrer Rückkehr ein. Mit dabei hat sie ihren kindlichen Bruder Leonid Andrejewitsch Gajew (tapsig und doch voller Feingefühl: Reinhard Mahlberg), und ihre Tochter Anja (Dascha Trautwein). Auf die Rückkehr hat nicht nur Hausdiener Firs (ohne Worte wunderbar: Gabriela Badura)sehnlichst gewartet.
In der Zeit der Abwesenheit hat Pflegetochter Warja (die wunderbare Katharina Hauter) das Gut und den Haushalt versorgt. Aber auch das frech-nahezu-freizügige Stubenmädchen Dunjascha (sexy: Michaela Klamminger), der ewige Student Pjotr Sergejewitsch Trofimow (vom radikalen Nerd bis hin zum unerfahrenen Liebhaber: Sascha Tuxhorn), der abgebrannte Boris Borissowitsch Simeonow-Pischtschik (Jacques Malan) und Prokurist Semjon Pantelejewitsch Jepichodow ("Jeden Tag passiert mir ein Unglück!" Sven Prietz) haben aus verschiedenen Gründen auf die Rückkehrer gewartet. Wunderbar die abgewandelte Gouvernante, Charlotta Iwanowna, die hier von einem Mann verkörpert wird (Ralf Dittrich), Rolle und Akteur setzen ein Zeichen für die Akzeptanz von Homosexualität, sorgen aber auch für die nötige Melancholie im Stück. Denn das feierwütige Volk lebt, als hätte das süße Leben kein Ende. Dafür aber sorgt Jermolaj Alexejewitsch Lopachin, den ich schon im Original-Stück von Tschechow so gerne mochte - wen wundert es, dass er mir auch auf der Bühne in Gestalt von Klaus Rodewald gefällt? Lopachin versucht nahezu verzweifelt die Familie zur Vernunft zu bringen, aber man feiert sich lieber die Seele aus dem Leib, als gäbe es kein Morgen.
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Programmheft hinten
Und so leben sie alle einhellig an ihren Problemen vorbei, ignorieren, was gut für sie wäre, steuern vom Glück ins Unglück und umgekehrt und führen nur dem Zuschauer vor Augen, wie endlich alles ist.
Ein wunderbares Stück, ebenso wunderbar inszeniert, das mit ein wenig Melancholie im Herzen in den Maiabend entlässt. 

Dienstag, 28. April 2015

Das Bitterkorn Liebe

100_9751Ein namenloser Mann und eine namenlose Frau haben ein blind date. Eigentlich will die Frau den Mann danach nicht mit in die Wohnung nehmen, aber dann läuft den beiden ein Hündchen zu, das alles in Bewegung setzt. Der Mann und die Frau kommen zusammen und beschließen, den Hund zu behalten. 
Das ist die Grundstory in Yael Hedayas Roman "Liebe pur" - nichts Besonderes, eigentlich. Wenn auch beide Protagonisten namenlos bleiben. Der Hund immerhin wird irgendwann "Anonymus" getauft.  Der Leser erlebt alles mit: Das Aufblühen der Liebe, den Alltag der Beziehung und wie sie letztlich zerbricht. Und das zum Teil auch aus der Sicht des Hundes. Das ist neu und macht die Geschichte so unfassbar traurig. An sich ist die Geschichte keineswegs traurig: Das Paar verliert seine Liebe im Alltag, weil beide nicht daran gearbeitet haben, weil sie beide irgendwie doch eher Einzelgänger sind. Leidtragender ist der Hund, der irgendwie ihr gemeinsames Kind ist, mit dem sie beide nichts Rechtes anzufangen wissen. Daher landet er nicht nur zuerst (wieder) vor der Wohnung als eine Art Wachhund (damit kann er sich arrangieren), aber letztlich wird er aggressiv und auffällig und wird von Hundefängern vor der Wohnung entfernt.
Yael Hedaya schafft es immer wieder aus Alltagssituationen das Unbehagliche heraus zu holen. Daher bleibt nach der Lektüre immer ein kleines Bitterkorn übrig, das man mit sich durch den eigenen Alltag trägt. 

Yael Hedaya
Liebe pur, Diogenes Verlag

ISBN978-3-257-23307-0

Montag, 27. April 2015

Auslosung Blogger schenken Lesefreude

100_9756Heute morgen hat sich die Glücksfee an die Arbeit gemacht und ausgelost. Aus einem Haufen Zettel hat sie eine glückliche Gewinnerin ausgelost. 100_9758
Liebe Anja Rottner, Du hast gewonnen! Herzlichen Glückwunsch. Eine Mail an Dich ist so eben raus, schick mir bitte Deine Adresse, damit sich das Hörbuch auch auf den Weg machen kann. Viel Spaß damit.
100_9757Alle anderen müssen nicht traurig sein. Hier gibt es immer mal wieder ein Gewinnspiel, unabhängig von der wunderbaren Verschenkaktion #BloggerschenkenLesefreude zum Welttag des Buches. 
Wenn ihr schnell und aktuell informiert sein wollt, dann schenkt doch meiner Facebookseite ein Like: https://www.facebook.com/pages/Marissa-Conrady/154763577877910

Sonntag, 26. April 2015

Von den vielen (Lebens-)Schulden

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Premieren muss man feiern - vor allem, wenn es gelungene Premieren sind. Daher haben wir nach dem Besuch der Premiere des Stückes "Betty" im Schauspielhaus des Nationaltheaters Mannheim unsere Gläser erhoben. 
Leider im nicht ganz ausverkauften Haus, fand am 25. April 2015 die Erstaufführung statt. Und das Stück hätte wirklich volles Haus verdient.  Schließlich ist es ein aktuelles Stück, voller Brisanz, aber ebenso voller alter Konflikte des menschlichen Daseins. Nicht nur von den vielen (Lebens-)Schulden erzählt das Off-Broadway-Stück "Betty (DSE)" von Laura Marks. Nach der Finanzkrise in den USA 2007 stehen allerorts Häuser leer - bewohnbare Häuser. Die alleinerziehende Crystal (vom naiven, alleinerziehenden Blondchen bis hin zur kalkulierenden, thoughen Frau alles dabei: Sabine Fürst) hat während eben dieser Krise auch ihr Heim verloren (und nicht nur das!), also versucht sie sich, eines dieser Häuser zu Nutze zu machen. Den selben Gedanken jedoch hatte jedoch auch schon Gary (zottelig und bisweilen nahe am Wahnsinn: Thorsten Danner). Ein seltsamer Kauz, fast könnte man glauben, kriegsgeschädigt. 
So treffen die beiden eher zufällig als Hausbesetzer auf einander. Gary mit dem Traum von Ausstieg aus der Zivilisation, die er für sein Leid verantwortlich macht, Crystal mit dem Traum von Betty, ihrer 5-jährigen Tochter, die zur Zeit in einer Pflegefamilie lebt. Durch die Finanzkrise obdachlos geworden, hat sie letztlich auch noch durch eine unglückliche Fügung ihr Kind verloren. Mit einem neuen Zuhause allerdings, kann sie die Dame von der Fürsorge, Toni (resolut wie der personifizierte Amtsschimmel: Almut Henkel) vielleicht umstimmen. Und Gary wird ihr dabei helfen. Vielleicht aber auch der dubiose Charlie, der sein Geld seit Ausbruch der Krise mit "Lebensberatung" verdient (oder als Ehemann von Patricia (irgendwie zerbrechlich: Ragna Pitoll). Charlie, die hoffnungsvollste und doch hoffnungsloseste Figur des ganzen Stückes, und einmal mehr mein Favorit - und daher auch kaum verwunderlich, dass er von Klaus Rodewald dargestellt wird (nach wie vor und nun noch mehr, mein Lieblingsdarsteller); wunderbar halbseiden, ein Schmierlappen, ein Schürzenjäger und doch der Einzige, dessen Hoffnung realistisch erscheint. 
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Von Charlie hängt für Crystal viel ab: Kauft er ihr im bald schließenden Autohaus einen Wagen ab, kann sie mit der Provision noch mehr dazu beitragen, ihre Tochter wieder bei sich zu haben. Von ihm hat sie sich ebenso abhängig gemacht, wie von Gary. Und muss daher bis ans Äußerste gehen am Ende...
Laura Marks hat in ihrem aktuellen, zeitnahen Stück, nicht nur eben diese Probleme aufgegriffen, sondern mir auch wieder einmal klar gemacht, welche Rolle ich als Frau in der Gesellschaft habe. Alleine meine Existenz birgt eine Lebensschuld. Die kann ich nur tilgen, indem ich geschlechtslose Mutter bin, anrüchige Hure, manipulierendes Miststück oder höriges Etwas. Ich als Individuum werden von den Anderen, die in der Regel Männer sind oder Frauen mit männlichen Attributen [wie Crystals Chefin Shannon (Dascha Trautwein) in Autohaus], in dieser Welt hin und her gestoßen - wenn sie nicht aufbegehren und sich wehren. Dann könnte am Ende alles gut werden. Könnte... 
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http://www.die-erinnerungsguerilla.org/
Wann also mein Herz singt? Neuerdings sehr oft beim Besuch im Nationaltheater. So auch bei dieser Premiere. Wer also mal keinen Klassiker sehen will (wobei ich noch immer dringend zum Besuch der Wideraufnahme des "Zerbrochnen Krug"s rate!), der ist mit diesem Stück sehr gut dran. 

Donnerstag, 23. April 2015

Blogger schenken Lesefreude - VERLOSUNG!

BslHerzlichen Glückwunsch, Ihr Lieben! Heute, am 23. April 2015 ist Welttag des Buches. Was wären wir ohne Bücher? Dafür hat Christa Wolf eine wunderbare Antwort:
Tabula rasa (Auszug)
Leisten wir uns ein Gedankenexperiment. Eine Kraft, nicht näher zu bezeichnen, 480 lösche durch Zauberschlag jede Spur aus, die sich durch Lesen von Prosabüchern in meinen Kopf eingegraben hat. Was würde mir fehlen? Die Antwort ist nicht nur mörderisch; sie ist 485 auch unmöglich. Wenn sie einer geben könnte, wüsste man Genaueres über die Wirkung von Literatur. Beginne ich in mir abzutöten: das makellose, unschuldig leidende Schneewittchen 490 und die böse Stiefmutter, die am Ende in den glühenden Pantoffeln tanzt, so vernichte ich ein Ur-Muster, die lebenswichtige Grundüberzeugung vom unvermeidlichen Sieg des Guten über das Böse. Ich kenne 495 auch keine Sagen, habe mir nie gewünscht, an der Seite des hürnenen Siegfried dem Drachen gegenüberzutreten; niemals bin ich vor einem Rauschen im finsteren Wald erschrocken: Rübezahl! Die Tierfabeln habe 500 ich nie gelesen, ich verstehe nicht, was das heißen soll: „listig wie ein Fuchs“, „mutig wie ein Löwe“. Eulenspiegel kenne ich nicht, habe nicht gelacht über die Listen der Schwachen, mit denen sie die Mächtigen 505 besiegen. [...] Arm, ausgeplündert, entblößt und ungefeit trete ich in mein zehntes Jahr. Berennende Tränen sind ungeweint geblieben; der Hexe im Märchenbuch wurden nicht die Augen 510 ausgekratzt; die jubelnde Erleichterung über die Rettung eines Helden habe ich nicht kennen gelernt; nie bin ich zu den phantastischen Träumen angeregt worden, die ich mir im Dunkeln erzähle. Ich weiß nicht, dass 515 Völker verschieden sind und doch einander ähnlich. Meine Moral ist nicht entwickelt, ich leide an geistiger Auszehrung, meine Phantasie ist verkümmert. Vergleichen, urteilen fällt mir schwer. Schön und hässlich, 520 gut und böse sind schwankende, unsichrere Begriffe. Es steht schlecht um mich. [...] Tabula rasa. Ich bin am Ende. Mit den Wurzeln ausgerissen, ausgelöscht in mir eines der großen Abenteuer, die wir haben kön- 525 nen: vergleichend, prüfend, sich abgrenzend allmählich sich selbst sehen lernen. [...] Die Verwilderung wird zunehmen. Denn nun muss man weitergehen. Die feineren, schwer beweisbaren Wirkungen gilt es 530 auszutilgen, die dauernder Umgang mit Bü- chern hervorbringt: die Übung und Differenzierung des psychischen Apparats; Schärfung der Sinne; Erweckung der Beobachtungslust, der Fähigkeit, Komik und Tragik 535 von Situationen zu sehen; Heiterkeit aus Vergleich mit Vergangenem zu ziehen; das Heroische als Ausnahme zu würdigen, die es darstellt; und das Gewöhnliche, das sich immer wiederholt, gelassen zur Kenntnis zu 540 nehmen und womöglich zu lieben. Vor allem aber: zu staunen; unaufhörlich zu staunen über seinesgleichen und sich selbst. Aber ich habe nicht gelesen. Nicht nur meine Vergangenheit ist mit 545 einem Schlag geändert: meine Gegenwart ist dieselbe nicht mehr. Nun bleibt nur das Letzte zu tun: auch die Zukunft zu opfern. Ich werde niemals ein Buch lesen. Der Schrecken, der in diesem Satz 550 steckt, berührt mich, den Nichtleser, nicht. Denn ich, ohne Bücher, bin nicht ich.
Und auch ich bin ohne Bücher nicht denkbar.
100_9713Daher schenke ich einem lieben Menschen, der hier bis einschließlich 26. April 2015 Mitternacht einen Kommentar hinterlässt, bei facebook kommentiert oder eine E-Mail schreibt an mich, das HÖRBUCH "Bella Clara" von Petra Durst-Benning.
Einzige Bedingung zur Teilnahme ist, dass ihr mir eine Möglichkeit gebt, mit Euch Kontakt aufnehmen zu können. Wenn ihr mir dann noch erzählt, was Euch an Büchern fasziniert, wie Euer Leben mit Büchern aussieht oder mir etwas zu meinen Romanen hinterlasst, freue ich mich umso mehr! :) (Ebenso über Likes für meine Facebookseite...)
Feiert den Welttag des Buches schön! 
http://www.hoerbuch-hamburg.de/katalog/hh/detail/durst-benning-bella-clara-3008/
Ein Roman für alle Sinne von Bestsellerautorin Petra Durst-Benning
1906: Clara Gropius kann die Herrschsucht ihres Mannes nicht mehr ertragen und lässt sich scheiden. Sie verliert alles, auch das Sorgerecht für ihre Kinder. Mittellos versucht sie, an ihre Ausbildung in der Apotheke ihrer Eltern anzuknüpfen. Doch als geschiedene Frau will niemand sie einstellen, alle behandeln sie wie eine Ausgestoßene. Clara hält trotz aller Widerstände
an ihren Träumen fest, zieht an den Bodensee und baut dort ein eigenes Unternehmen für Naturkosmetik auf. Aber ihr beruflicher Erfolg und die Aufmerksamkeit der Männer können sie nicht über die Sehnsucht nach ihren Kindern hinwegtrösten.
6 CDs, 450 Minuten Laufzeit
ISBN 978-3-89903-924-5

Dienstag, 21. April 2015

Der ganz normale (Schul-)Wahnsinn

Schulsekretariat, Montagmorgen, 8:03 Uhr
›Ich glaube, ich bin krank‹ 
›Warum glaubst du das?‹ 
›Die Mama hat's gesagt.‹
›Und warum bist du dann hier?‹ 
›Ich soll erstmal warten, ob es schlimmer wird‹, antwortet Pietro aus der 2c und kratzt sich verlegen am Kopf.
›Was genau hast du denn?‹ 
›Kann ich nicht so laut sagen.‹ 
Niedlich. Ich streiche dem Kleinen über den Schopf und beuge mich zu ihm runter: ›Komm, du kannst es mir auch ins Ohr flüstern. Ich sag's auch niemandem, außer dem Doktor vielleicht.‹
Pietro fasst sich ein Herz. Er kommt ganz nah an mein Ohr. ›Läuse, Frau Steinbeck. Vielleicht habe ich Läuse. Ist das schlimm?‹, haucht er.

100_9741Die Rückseite des Sachbuchs "Kann ich Pflaster für mein Handy, Frau Steinbeck - Als Schulsekretärin pausenlos im Einsatz" von der ominösen "Frau Steinbeck" (die im Übrigen im ganzen Buch anonym bleiben wird), lässt mich schon einmal neugierig schmunzeln. An einer Schule waren wir schließlich alle einmal. Und die Sekretärin(nen) dort, kenne wir auch alle noch. [An dieser Stelle ganz liebe Grüße an die Sekretärinnen des ÜWGs!].
Désirée Steinbeck hat den Job gewechselt. Durch eine Freundin ist sie die Schwangerschaftsvertretung im Sekretariat der Geschwister Scholl-Schule geworden. Eine Multi-Kulti-Schule an einem Ort, der nicht genannt wird. Ebenso anonym bleibt besagte Frau Steinbeck. Sie lässt den Leser zwar an einigen (zu) privaten Details und Gedanken teilhaben, wird selbst aber nicht greifbar. Ein wenig unsympathisch bleibt sie, leider, in ihrer Art vom Schulalltag im Sekretariat zu erzählen. Als hielte sie sich für die Schönste, Schlauste und ein wenig für den Nabel der Welt, aber dies nur am Rande. Es stört nur, wenn man zu viele Kapitel in einem Rutsch liest. 
Die Geschichten, die da erzählt werden, kommen jedem, der einmal längere Zeit eine Schule besucht hat, durchaus bekannt vor. Kleine und große Dramen von Heranwachsenden und Erwachsenen, die nie aus der Schule heraus gekommen sind [sprich: Lehrer]. Einige davon ähneln stark dem eigenen Lehrkörper von damals, um andere wäre man froh gewesen. Die Anekdoten sind mal erschreckend, mal traurig, mal frivol, nicht so oft brüllend komisch, aber zum Schmunzeln reichen sie durchaus. Ich hätte mir ein bisschen mehr Spaß und Gelächter gewünscht, aber auch hier gilt, wie im Schulalltag: Das Leben ist kein Wunschkonzert. 

Kann ich Pflaster für mein Handy, Frau Steinbeck

Als Schulsekretärin pausenlos im Einsatz, S. Fischer Verlag

Frau Steinbeck
ISBN: 978-3-596-03265-5